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Wohnhaus Gelterkinden
Ausführung 2014–2015    Merki Schmid Architekten

 

Gelterkinden liegt in der weichen Hügellandschaft des Oberbaselbiets zwischen Sissach und Olten und wirkt als lokaler Verkehrsknotenpunkt. Hier liegt die Parzelle südorientiert am Rand der Bauzone, mit weiter Aussicht über Ort und Tal. Die westseitige Ausrichtung ist unverbaubar und geht fliessend in landwirtschaftliches Kulturland über.

 

Volumen

Das quer zum Hang gelegte Volumen gliedert sich in drei Ebenen. Die bergseitige Eingangssituation auf der mittleren Ebene verstärkt die feste visuelle Verankerung des Volumens, während die durchgehende Einfahrt für das Auto den Sockel effektvoll gliedert. Das mittlere Geschoss ist als freie, verglaste Ebene konzipiert. Der eher geschlossene Dachgeschosskörper mit umlaufender Brüstung prägt die oberste Ebene.

 

Raumprogramm

Auch das Raumprogramm folgt der Gliederung in drei Ebenen. Im Sockelgeschoss befinden sich talseitig die beiden zu einer Einliegerwohnung umnutzbaren Kinderzimmer mit Dusche, WC, separatem Eingang sowie Ausgang in den Garten. Dazu situiert sich im erdseitigen Sockelbereich zur Durchfahrt hin der Billardraum sowie dahinterliegend Technikraum und Weinkeller. Das Erdgeschoss ist zum grössten Teil mit Wohnen, Essen und der Küche belegt. Dem Wohnen gliedert sich ein Büroraum an, ausserdem der Eingang mit Erschliessungsbereichen und ein Veloraum. Ihren zentralen Wohnfunktionen entsprechend ist dieses Geschoss mit einem loggia-artigen Terrassenhof ausgezeichnet, welcher zum Teil überdeckt ist.

Die oberste Ebene des Hauses beherbergt das Schlafzimmer mit offenem Badbereich, Dusche, WC und Ankleide. Auf diesem Geschoss empfängt eine grosse Dachterrasse die Bewohner mit einem Sonnendeck, einem Seerosenteich und einem Aussencheminée mit einer Bank zum Sitzen oder Liegen.

Über den nicht gedeckten Bereich des Hofes ergibt sich eine visuelle Verbindung zum Erdgeschoss. Auf diese Weise hat jedes Geschoss seinen eigenen, individuell nutzbaren Aussenraum.

Materialisierung, Konstruktion und Technik

Das Gebäude ist primär eine Betonstruktur und will als solche auch direkt und unverstellt wahrgenommen werden. So wurde beim Deckenaufbau auf schwimmende Unterlagsböden und Belagsaufbauten verzichtet, aber auch die Deckenuntersicht zeigt sich in Sichtbeton. Die Zementhaut der Böden wurde nass angeschliffen und mit einer Versiegelung zu einem strapazierfähigen Bodenbelag veredelt.

Das Betonthema wird kombiniert mit Holzfenstern, Schreinerarbeiten im Innenausbau (Küche) sowie inneren und äusseren Verkleidungen in Eiche. Den raumhohen Verglasungen ist aussen eine Filterschicht aus gold-bronzeeloxiertem Aluminiumstreckmetall vorgelagert.

Dieses Materialkonzept ist auch in den Nasszonen konsequent weitergeführt. Für die Duschenauskleidung musste deshalb ein spezieller Konstruktionsaufbau entwickelt werden, der es ermöglicht, Eichenfurnier unter diesen hohen Anforderungen dauerhaft einzusetzen.

Alle Installationen sind im Betonrohbau eingelegt. Die Wärme wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt, wobei das Geräusch erzeugende Gebläse mit Wärmetauscher aussen aufgestellt ist. Verteilt wird die Wärme über ein TABS–System in der Boden- und Deckenlage. Die kontrollierte Lüftung bezieht die Aussenluft über ein Erdregister und kann so kalte Aussenluft vorwärmen, aber auch heisse Luft kühlen. Das für die WC-Spülung und die Aussenhahnen benötigte Wasser wird aus einem erdverlegten Regenwassertank bezogen.

 

 

Fotos

Alicja Dobrucka